Relaxen in der Halong-Bucht

Am Morgen dieses Tages wurden wir vom Motorengeräusch vorbeifahrender kleiner Versorgungsboote geweckt. Trotzdem bleiben wir noch eine ganze Weile liegen, weil es erst später Frühstück geben würde. Wir schauten kurz aus dem Bordfenster und konnten erkennen, dass wetterseitig ein schöner Tag vor uns stand. Nach dem Frühstück einigten wir uns auf das Tagesprogramm.

Wir wollten nicht vom einzigen besteigbaren (bzw. per Fahrstuhl erreichbaren) Felsen der Halong-Bucht auf das Wasser und andere wartende Touristen herabblicken, sondern uns lieber frei lebende Affen ansehen. Längere Zeit konnten wir keine Hinweise auf Affen entdecken, doch dann hatte ein anderer Reiseführer mit seiner Gruppe eine gute und vermutlich häufig erprobte Idee: Er holte Bananen aus seinem Beutel und schleuderte diese einfach in das auf den Felsen wachsende Gebüsch. Sofort kam Bewegung in einen weiten Umkreis um die Abwurfstelle und von allen Richtungen stürmten die Affen heran. Ein wirklich kleines Affenkind stürzte dabei vom Gestrüpp und plumpste knapp neben unserem Boot ins Wasser. Tine wollte das Äffchen gleich retten, doch es schwamm recht schnell selbst wieder an Land. Während sich einige Affen die weiteren zugeworfenen Bananen schnappten hielten andere scheinbar Wache und wir konnten sie in aller Ruhe fotografieren.

Auch die angebotenen Kajakfahrten reizten uns wenig, da das nur in einem eng begrenzten Gebiet zusammen mit vielen anderen Touris möglich gewesen wäre. Unser Reiseleiter konnte den Kapitän mit etwas Mühe dazu überreden, mit uns eine langsame Rundfahrt durch die Halong-Bucht zu machen, fernab von Touristen. So konnten wir auf dem Oberdeck des Schiffes die wärmende Sonne genießen und gleichzeitig die Schönheit und das wirklich Besondere der Halong-Bucht betrachten. Neben den Affenfelsen (eine Felsengruppe mit einem wassergefüllten Krater im inneren, den man nur mit einem flachen Boot durch einen höhlenartigen Durchbruch erreichen konnte) besuchten wir nur ein schwimmendes Dorf von Fischern, welche schon seit Jahrhunderten dort leben. Sie haben ihre Häuser und Fischzuchtstationen auf Pontons erbaut und können nur per Boot von Haus zu Haus fahren.

Unterwegs wurde auch zweimal ausreichend lange geankert, um ein Bad im warmen Wasser der Bucht zu nehmen. Vor der Reise hatte ich Berichte gelesen, dass bei bestimmten Windverhältnissen sehr viel Müll im Wasser schwimmen würde und das Wasser ziemlich dreckig und vergiftet sein sollte. Dieser Bericht war schon einige Jahre alt und ich kann nichts davon bestätigen. Das Wasser war optisch sauber und schmeckte auch wie normales Meerwasser… Vom Reiseführer erfuhren wir, dass der vietnamesische Staat strenge Kontrollen eingeführt hatte und eine Menge dafür tut, diese einmalige Landschaft sauber und attraktiv zu halten. Schließlich bilden die Touristen ja auch eine wichtige Einnahmequelle…

Nach dem Abendessen wurde uns eine besondere Ehre zuteil: Ein Crew-Mitglied hatte tagsüber von seinen Eltern an Land eine große Flasche selbst gebrannten Schnaps besorgt und bot uns ein Glas an. Dieses hochprozentige Getränk hatte einen sehr besonderen, jedoch nicht unangenehmen Geschmack. Die Erinnerung an den Abend bei einem chinesischen Manager hielt uns aber davon ab, die Einladung der Crew zu einem gemeinsamen Umtrunk anzunehmen. Da wir und tagsüber still verhalten und die Mannschaft kaum gefordert hatten, wollte sie sich vermutlich erkenntlich zeigen. Nach einem schönen Sonnenuntergang und einer ersten gemeinsamen Auswertung der bisherigen Reise mit interessanten Gesprächen beendeten wir diesen sehr erholsamen Tag.

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