Erste Eindrücke von China - Kunming

Bei der Ankunft im Hotel gab es die erste Überraschung. Dort wurde gerade Hochzeit gefeiert. In China werden zumindest in den Städten dafür viele Freunde, Verwandte und Bekannte in ein großes Hotel zum Essen eingeladen. Diese liefern dann bei Erscheinen Briefumschläge mit Geld beim Brautpaar ab, nehmen an der Mahlzeit teil und danach löst sich die Gesellschaft wieder auf – nach 2 Stunden ist alles vorbei.

Die nächste Überraschung folgte beim Check-In an der Rezeption. Das Hotel musste im Voraus bezahlt werden, doch unser Leiter und wir alle hatten noch kein chinesisches Geld. Also ab zur Bank und schon da wird das Dilemma deutlich: Nur bei wenigen Banken bekommen wir mit unseren EC- oder Kreditkarten überhaupt Geld und dann jeweils nur kleine Summen pro Abhebung, was die Bankgebühren in die Höhe treibt. Unser Reiseleiter hat mit seiner Kreditkarte gar kein Glück, weshalb wir erst mal das notwendige Geld für die Übernachtung im Hotel von unserem Konto abheben. Auch der Umtausch von amerikanischen Dollars in chinesische Währung bei unseren Mitstreitern stellt sich als reichlich kompliziert und zeitaufwendig heraus. Noch ein halbes Jahr früher gab es ein solches Problem bei der gleichartigen Reise unserer Vorgänger noch nicht. Keiner kann sich erklären, was zu dieser drastischen Verschlechterung der Geldversorgung von Touristen geführt hat. Dies wird ein Geheimnis der chinesischen Politiker bleiben. Auf der gesamten Weiterreise in China sollte uns dieses Problem begleiten.

 

Endlich in unseren Zimmern (etwas heruntergekommen, aber annehmbar) des ansonsten großen und luxuriösen Hotels konnten wir uns nur kurz erholen und unsere Sachen ordnen.

 

Nach knapp einer Stunde starteten wir zu einem Rundgang durch das Zentrum der Stadt und einem recht kleinem Bereich, wo noch alte verfallene Häuser des ursprünglichen Kunming standen, welche saniert und zu einem touristischen Zentrum ausgebaut werden sollen. Wir konnten aber nur verfallene früher sicher mal schöne Häuser bewundern und fotografieren. Außerdem führte der Rundgang durch einige enge Marktgassen, wo allerlei touristischer Kitsch, aber auch vielfältige Lebensmittel frisch und aus Garküchen sowie kleine Hunde und Katzen in Käfigen angeboten wurden, was Tine in Verzückung und gleichzeitig in Mitleid versetzte.

Wir sahen gut bewachte riesige Gebäude der Partei und der Regions- und Stadtbehörden (Fotografieren wollten wir in Anbetracht der schwer bewaffneten Wächter lieber nicht) und viele eintönige, graue und stark vergitterte Wohngebäude – ein untrügliches Zeichen für häufige Einbrüche und andere Kriminalität, von welcher wir aber nie etwas direkt zu spüren bekamen.

Schließlich führte uns unser Dominik zurück in die "Altstadt" in ein noch erhaltenes altes Haus, welches in sich ein historisches, stilvolles Restaurant im Innenhof und mehreren mit Wandelgängen verbundenen Gasträumen verbarg. Dort haben wir wirklich gut zu Abend gegessen und schmackhaftes chinesisches Bier getrunken.

 

Zurück ging es dann durch eine breite Hauptstraße mit einem nächtlichen Markt. Dort hielten sich unglaublich viele, laute, meist junge Menschen auf und kauften und verkauften alles, was man zum Leben so braucht. Wir kamen noch an einem imposanten nach historischem Vorbild neu errichteten Tor vorbei, was bunt in der Nacht leuchtete. Generell überraschte die große Vielfalt und Häufigkeit bunter Leuchtreklamen, ein Gegensatz zum eher grauen Stadtbild tagsüber. Außerdem zeigte sich, dass in China ein Großteil des Lebens auf der Straße stattfindet, was die weitere Reise noch eindrücklich belegte.

 

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