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Von Jianshui nach Yuanyang (80km)

Nach einem weiteren fast europäischen Frühstück in der wunderschönen Hotelanlage „Garten der Familie Zhu“ musste erst mal ein platter Reifen am Rad von Dominik geflickt werden, ehe wir bei leichtem Regen auf die bergige Tour starten konnten, welche uns in das Tal des roten Flusses führen sollte.

Die Stimmung beim Start war aufgrund des neblig-feuchten Wetters etwas „verhalten“, da wir wussten, dass erst mal auf einem ca. 30 km langen Anstieg ca. 700 Höhenmeter zu überwinden waren, bevor es dann auf der weiteren Strecke fast 1800 Höhenmeter steil bergab gehen würde. Bergauf begleiteten uns eine große Anzahl von schwer beladenen LKWs, welche sich immer langsam an uns vorbei schoben und manchmal vor Kurven so laut hupten, dass wir zusammenzuckten und sekundenlang wenig hören konnten. Der Ruß der Auspuffgase machte die Fahrt nicht leichter und führte dazu, dass unsere Gruppe weit auseinander riss und oft kein Sichtkontakt zu Vorder- oder Hintermann mehr bestand. An solchen Bergen kämpft jeder allein gegen den inneren Schweinehund. Natürlich bin ich bei Tine geblieben, um bei Bedarf helfen zu können und auch um nicht ganz so trostlos gegen die Widrigkeiten kämpfen zu müssen. Auf einem kurzen, einigermaßen flachen Wegabschnitt wurden wir dann noch von einem Rudel Hunde angegriffen und verfolgt, welche einen einsamen Bauernhof vor den auf der ca. 100m entfernten Straße fahrenden „Eindringlingen“ verteidigen wollten. Vermutlich hatten die noch nie einen Fahrradfahrer gesehen und nur unserem Vorsprung von ca. 50 m war es zu verdanken, dass uns nur ein Hund erreichte, dann aber bald aufgab. So schnell waren wir vorher auf dieser Tour noch nie geradelt…

Endlich auf dem Pass angekommen folgte bei nasskaltem Wetter eine längere Wartepause, da der Berg Bernd auf dem letzten Abschnitt zum absteigen zwang. Natürlich brauchte er zu Fuß entsprechend länger. Wir aßen unsere mitgebrachten Kekse und Snickers und versuchten mit Nescafe neue Energie zu tanken. Auf diesem Pass gab es einen Parkplatz für LKWs, wo diese ihre Wassertanks zum Kühlen der Bremsen wieder auffüllen konnten. Diese Einrichtung wurde von einem einsamen Mann betrieben, dessen kleine Tochter interessiert um uns herumschlich. Leider gab es keinerlei Geschäft oder Garküche an diesem trostlosen Ort. Nur Kühlwasser gab es reichlich. 

Auf der Weiterfahrt wurde der Sprühregen immer dichter und auch der Nebel verstärkte sich so, dass die Löcher in der schlammigen Straße bald kaum noch zu sehen waren. Deshalb mussten wir die ersten Kilometer auf der kurvenreichen Straße ziemlich langsam den Berg hinab rollen. Ständig mussten wir während der Fahrt die Brillen frei wischen und jeder war reichlich angespannt, um nicht zu stürzen. Leider gibt es von diesem Streckenabschnitt keine Bilder, da kaum etwas zu sehen war und alle gegen die Widrigkeiten kämpften. An einem Straßenabschnitt war die Straße wegen Bauarbeiten komplett gesperrt und alle Autos und LKWs mussten eben ein paar Stunden warten, bis die Straße wieder befahrbar sein würde. Zum Glück konnten wir uns mir den Rädern an den Sandhäufen und Baumaschinen vorbeimogeln…

Zum Glück wurde das Wetter deutlich besser, als wir die Wolkenschicht bei ca. 1000 Höhenmeter nach unten verlassen hatten. Es folgte eine sehr ansehnliche Gebirgslandschaft mit dem sehr tief eingeschnittenen Flusstal des roten Flusses. Obwohl der Fluss ganz nahe zu sein schien, fuhren wir dann doch noch ca. eine Stunde die serpentinenhartige Straße bergab, bis wir ihn schließlich erreichten.

Entlang einer breiten Straße parallel zum Fluss kam uns ein angenehm warmer Wind entgegen und auch die Pflanzenwelt hatte sich komplett verändert. Wir waren in subtropisches Gebiet eingetaucht…

Kurz vor Yuanyang hatte Bernd einen platten Reifen und wir mussten wieder mal einen Schlauch flicken. Unterdessen hatten wir Übung und die Zwangspause fiel nicht allzu lang aus. Kurz vor 16 Uhr erreichten wir unser großes Hotel, in dessen Sportanlage gerade ein großer Kindergeburtstag stattfand. Wir genehmigten uns erst ein wohlverdientes „Schmutzbier“ und kümmerten uns dann um unsere völlig verdreckten Räder, die dann in einer Auto-Waschanlage mit einem Hochdruck-Wasserstrahl vom gröbsten Dreck befreit wurden. Die Bestellung eines Fahrzeugs für den vorgesehenen Ausflug zu den Reis-Terrassen am nächsten Tag gestaltete sich recht kompliziert, da mehrere Hotels uns nicht helfen wollten. Dominik meisterte diese Herausforderung dann doch noch und nutzte dabei seinen Charme bei der Betreiberin der Waschanlage gnadenlos aus. Diese besorgte uns schließlich einen Bus samt Fahrer…

Abends fanden wir ein gutes Restaurant und sanken später satt und mit reichlich „Schlaftrunk“ versehen in unseren Betten.

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